Persönliches




Eva-Marie Ratius


"Wenn ich
noch einmal auf die Welt komme,
werde ich wieder Gärtner -
und das nächste Mal auch noch.
Denn für ein einziges Leben
wird dieser Beruf zu groß."


Karl Foerster





Nun bin ich seit über 35 Jahren eine Gärtnerin - und diese Berufung hat mich (neben meiner Tätigkeit als freischaffende Künstlerin) nie wieder losgelassen.

Im Gegenteil, bei allen Schleifen auf meinem Lebensweg (die laut Auskunft einer mehr als 2000 Jahre alten chinesischen Weisheit oft der geradeste Weg zum Ziel sind) begleitete mich die Leidenschaft für Pflanzen und Gärten auf Schritt und Tritt. So ist auch ein Leben ohne (m)einen Garten für mich unvorstellbar!

Selbst während ich in einer Werbeagentur eine weitere Ausbildung (im Bereich Grafik-Design) absolvierte, nutzte ich meine Erfahrung im Umgang mit Linien, Formen und Strukturen immer gleich bei der Anlage von Beeten und Gärten.

Eine weitere Verfeinerung erhielt meine Fachkompetenz durch die jahrelange Anstellung in einer Kommune als Praxisanleiterin für Jugendliche im Garten- und Landschaftsbau. Dies waren wohl mehr Lehr- als Herrenjahre, aber dafür ungemein „fruchtbar" für meinen (bis heute) unerschöpflichen Hunger nach Gartenwissen.

Dann kam die Zeit der Abfall- und Umweltberatung, der Jugendbeteiligung und der Öffentlichkeitsarbeit. Hier pflegte ich (aus gärtnerischer Sicht) hauptberuflich und halbtags zwar nur die Büropflanzen, erhielt dafür aber den letzten Schliff in diesen Arbeitsfeldern und durch zahlreiche Weiterbildungen in den Bereichen Kommunikation, Moderation, Didaktik und Projektmanagement. Zeit für Gärten blieb und nahm ich mir immer, sowohl für die Anlage von Gärten im Freundes- und Bekanntenkreis, als auch im ehrenamtlichen Bereich bei der Gestaltung von Schulgärten - und selbstverständlich und unermüdlich in meinem eigenen Garten.

Dann, im Jahr 2002, fasste ich endlich den Entschluss, mein eigenes Unternehmen in dem Arbeitsfeld zu gründen, dem ich am tiefsten verbunden bin. Mein umfangreiches Wissen über Pflanzen, Boden und Gartengestaltung wollte einfach noch mehr gefordert (und gefördert) werden! Gewissenhaft und gründlich, wie ich nun einmal bin, entwickelte ich daraufhin erst einmal meine Unternehmenskonzeption.

Nachdem ich damit dann direkt einen ersten Preis beim Startup-Basic-Wettbewerb (ausgeschrieben von der Zeitschrift „Stern", der Unternehmensberatung „McKinsey" und den Sparkassen) gewonnen hatte, stürzte ich mich voller Zuversicht in meine Selbständigkeit mit MagMell.

Das Tolle an meinem Beruf ist, dass er unweigerlich mit Lebenslangem Lernen verbunden ist. Und da ich es liebe, neues Wissen zu entdecken, nutze ich stets möglichst viele Gelegenheiten, meinen Wissensdurst zumindest zu beruhigen.

In den ersten MagMell-Jahren belegte ich mit Feuereifer vor allem Profigartenkurse bei renommierten „Gartengrößen". Als Jahr für Jahr äußerst spannend und bereichernd empfinde ich es, stets die neuesten Gartengestaltungstrends und -Materialien in der Gartenszene zu verfolgen - auch aus künstlerischem Blickwinkel, denn da tut sich immer mehr! Ja, und natürlich: bei jeder sich bietenden Gelegenheit neue Pflanzenarten und -Sorten, ganz gleich ob Kraut und Rüben oder Edelgewächse, kennenzulernen, das ist einfach herrlich! Es ist wie das immer tiefere Eintauchen in eine Sprache, die mich das Pflanzenreich immer besser verstehen lässt. Mittlerweile bilde ich mich -bezogen auf Kurse und Seminare an denen ich teilnehme- vor allem im Ganzheitlichen Bereich weiter. Dies ist eine wunderbare Verfeinerung meiner Arbeit, sei es der mit den Pflanzen direkt oder der in einem Garten. Meine Wahrnehmung für das Potential eines Grundstückes, für die Wünsche und Sehnsüchte seiner Menschen und für die darin schlummernden Möglichkeiten verfeinert sich auf diesem Weg mehr und mehr. Da geht es mir wohl wie dem Fuchs im „Kleinen Prinz", der sicher ist: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Die intensive Beschäftigung mit der Geomantie, Ausbildungen in Therapeutic Touch und Radiästhesie und meine unerschöpfliche Leidenschaft für Pflanzenheilkunde und Ethnobotanik (die mich beide bereits Ende der 70er-Jahre so richtig gepackt hatten), sind die Basis meines Umgangs mit jedem Fleckchen Erde, auf dem ich wirken darf. Ja, und durch meine sehr Erdbezogene Beschäftigung -sei`s beim Buddeln in meinem eigenen Garten oder beim Beraten und Planen auf „fremden Schollen"- bleibe ich dabei zum Glück immer schön auf dem „Boden der Tatsachen" ... 

Meine Zuversicht wurde (und wird) belohnt - und wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich es genau so machen, wie Karl Foerster ...